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Vokalensemble
Rhein-Lahn

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Rhein-Zeitung Ausgabe RLZ vom 26. August 2021
Bericht & Foto: Karl-Heinz Wolter

Sänger können endlich wieder Brücken bauen

Vokalensemble Rhein-Lahn darf wieder proben

Dachsenhausen. Das Dachsenhausener Bürgerhaus ist auch an diesem Abend der Sehnsuchtsort für die Sängerinnen und Sänger des Vokalensembles Rhein-Lahn. Denn seit einigen Wochen dürfen sie dort wieder singen. Trotz Corona. Endlich haben sie wieder eine Perspektive. So ist es an diesem Probenabend vielfach zu hören.

Singen trotz Corona
„Singen ist Herz und Emotion. Nicht nur bei anderen, die Musik hören, sondern auch bei mir. Ich brauche das“ , sagt eine Sängerin aus dem Sopran. Aber auch alle anderen sind sich gewiss: „Singen ist Kommunikation – in der Gemeinschaft des Chors und bei unseren Proben.“ Denn „ein Lied kann eine Brücke sein“, wie es eines der Lieder verkündet, das der Chor in seinem Repertoire hat und das er bei früheren Auftritten schon einige Male gesungen hat. Für die Chormitglieder ist das eine erlebte Gewissheit.
Sicher ist: Es braucht Mut einzustimmen und mitzumachen bei dem, wofür dieses Lied wirbt, steht doch das Chorsingen seit Beginn der Pandemie unter dem Verdacht, dass hier eine besondere Infektionsgefahr bestehe. Jürgen Salzig, der Vorsitzende des Kreis-Chorverbands Rhein-Lahn, der im Chor mitsingt und ihn auch gelegentlich dirigiert, sagt dazu: „Wir halten alle Sicherheitsregeln ein, die uns der Landesmusikrat gibt. Diese sind ja hinreichend bekannt. Unsere Chorsprecherin Edith Potthas kontrolliert das auch heute Abend aufs Genaueste. An ihr kommt keiner vorbei, auch der Mitarbeiter der Rhein-Lahn-Zeitung nicht. Er muss diese Regeln einhalten.“
Während er es sagt, streicht ein Luftzug durch den Raum, den die geöffnete Tür durchgelassen hat. Wie man sieht: Alles ist gut.

Es geht um Haltung und Atmung
„Auf geht‘s“, sagt Franz Rudolf Stein, der Dirigent. Locker und gelassen geht er die Probe an – im gestreiften T-Shirt, auch mit Humor und doch bestimmt, wenn alle sich zunächst einmal lockern und dann Übungen zur Stimmbildung vornehmen. Alle stehen mit Abstand an ihrem vorbestimmten Platz. Keine Schwierigkeit, sie dazu zu bringen, denn „Chorsänger sind vernünftig und diszipliniert“, wie Stein weiß. Zunächst heißt es, sich zu lockern und aufzuwärmen. Es geht um Haltung und Atmung, die Voraussetzungen für voll tönenden Klang. Dann um Stimmbildung, um Intonation und Intervalle. „Seid nicht bequem, zieht nicht die Töne von unten herauf“, sagt Stein. Aber er lächelt dabei, denn er weiß, dass dies für geübte Chorsänger eine Selbstverständlichkeit ist. Dann wird am Repertoire gearbeitet. „Ubi caritas et amor“ singen sie.
Ist der Normalzustand nach so langer Abstinenz wieder vorhanden? Und wie ist das Klanggefühl bei den großen Tonabständen? „Geht so“, sagt der teilnehmend zuhörende Beobachter, „ist aber besser, als ich gedacht habe bei der trockenen Akustik dieses Raums.“ Er hat Recht.
Zu Beginn tönen die Stimmen noch etwas spröde. Als alle zusammen singen, klingt es harmonisch, voll und melodisch. Franz Rudolf Stein ist zufrieden mit den Damen und Herren und sagt es ihnen auch. „Motivation“ lautet hier das Stichwort. Er arbeitet mit ihnen an Betonung, Konsonanten-Verständlichkeit und bei einem Lied aus Schottland daran, die oberen und unteren Töne bei den Intervallen genau anzusingen – so wie zuvor geübt. „I have a dream“ singen sie dann. Kann sein, dass die Sänger den Traum haben, wieder wie früher vor großem Publikum aufzutreten und seinen Beifall entgegenzunehmen.

„Singen ist Herz und Emotion, auch bei mir. Ich brauche das.“ Eine Sängerin des Chors aus dem Sopran

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Locker und gelassen geht Chorleiter Franz Rudolf Stein (am Klavier) die Probe an. Zuerst klingen die Stimmen noch etwas spröde.
Aber als alle zusammen singen, klingt es harmonisch, voll und melodisch. Stein ist zufrieden mit seinen Sängerinnen und Sängern
Foto: Karl-Heinz Wolter